Silber und Gold

Aktuelle Informationen über die begehrten Edelmetalle

Verhältnis Silberpreis : Goldpreis

Wenn man in Edelmetalle investieren möchte, steht man immer vor der Frage: Gold oder Silber? Welches der Beiden Metalle bietet bessere Aussichten? Welches kann meine Kaufkraft besser schützen oder vielleicht sogar erhöhen? Immer wieder ist zu lesen, dass Silber im Verhältnis zu Gold derzeit stark unterbewertet ist. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich mir die Arbeit gemacht, das Verhältnis von Silber- und Goldpreis einmal genauer anzusehen. Gleich vorweg einmal hier das Ergebnis:

Verhältnis Silberpreis : Goldpreis seit 1973

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Wie auf den ersten Blick zu sehen ist, sind die Schwankungen enorm. Durch den starken Preisverfall von Silber im letzten Jahr hat sich das Verhältnis sehr deutlich zu gunsten von Gold verschoben. Bietet Silber daher die besseren Aussichten?

Betrachtet man das Verhältnis der natürlichen Vorkommen (ca. 1:17,5), scheint diese Annahme durchaus berechtigt. Doch der Preis wird nicht nur durch das Angebot, sondern auch durch die Nachfrage bestimmt. Und obwohl Silber eine weitaus größere Bedeutung als Industriemetall hat, ist die Nachfrage nach Gold offenbar ungleich höher. Warum ist das so? Die Nachfrage von Gold setzt sich zu großen Teilen zusammen aus der Schmuckindustrie und Investoren. In diesen beiden Bereichen hat die Nachfrage an Silber im Laufe der Jahrzehnte gegenüber Gold stark eingebüßt.

Bei Gold waren zuletzt vor allem Investoren die Preistreiber. Gold ist die Krisenwährung Nr. 1 und daher erste „Anlaufstelle“ in Krisenzeiten. Abgesehen davon, dass es aufgrund von Menge und Gewicht bei größeren Vermögen deutlich einfacher ist, diese in Gold abzusichern, hat Silber im Laufe der Zeit sein Image als Investitionsgut oder gar als Geld weitgehend eingebüßt. Die Frage ist nun: Wird es dieses im Zuge der kommenden Depression wieder erlangen?

Ob bzw. in welchem Ausmaß das der Fall sein wird, darüber kann man letztlich nur Vermutungen anstellen. Wie verhielt sicher das Silber/Gold-Verhältnis in der Großen Depression in den 30er Jahren? Silber verlor damals im Verhältnis zu Gold sehr stark an Wert. Für eine Unze Gold musste man zweitweise über 100 Unzen Silber auf den Tisch legen. Doch die Voraussetzungen damals waren andere. Gold war damals im Volk verteilt. Da fast jeder etwas Gold hatte, konnte es sich schnell als Tauschmittel durchsetzen. Heute ist das Gold im Wesentlichen in den Händen einiger weniger. Wenn Geld an Wert verliert und sich Edelmetalle als Tauschmittel nach und nach durchsetzen sollten, wird Gold für den kleinen Mann kaum erhältlich, geschweige denn leistbar sein. Abgesehen davon stößt Gold als Tauschmittel im Alltag aufgrund der schlechten Teilbarkeit bald an seine Grenzen. Brot und Milch kann man schwer mit Goldmünzen bezahlen, sofern man nicht gleich für mehrere Großfamilien einkauft. Für viele wird daher vermutlich Silber das Tauschmittel der ersten Wahl sein. Das „Gold des kleinen Mannes“ trägt also nicht ganz umsonst diesen Titel.

Es spricht also doch einiges dafür, dass Silber bei weiter fortgeschrittener Krise dem Gold wieder etwas den Rang ablaufen wird. Auch wenn Gold im Moment der erste Gewinn der Krise ist. Es ist wie so oft auf jeden Fall empfehlenswert, nicht alles auf ein Pferd zu setzen.

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